Was du nicht sagst

Wenn Worte zwar stimmen, aber nicht wirken

Es gibt Situationen, in denen alles gesagt ist. Sachlich korrekt. Höflich. Oft sogar einvernehmlich.

Und trotzdem passiert nichts.

Entscheidungen bleiben liegen. Gespräche wiederholen sich. Beziehungen kippen, ohne dass es einen klaren Auslöser gäbe. Man spürt Widerstand, Irritation oder Distanz – aber findet keinen Ansatz, der wirklich passt.

Das ist kein Kommunikationsproblem. Es ist ein Wahrnehmungsproblem.

Published
11/17/2025

In vielen Situationen läuft eine zweite Ebene. Leiser, schneller, unmittelbarer. Körperspannung. Atem. Blick. Pausen. Das innere Ja oder Nein, das nicht ausgesprochen wird. Die Art, wie jemand Raum nimmt oder vermeidet. Wie Zustimmung gegeben wird; oder nur simuliert.

Diese Ebene läuft über Subkommunikation. Nicht als Technik. Nicht als Trick. Sondern als das, was ohnehin wirkt, bevor ein Wort Gewicht bekommt. Man kann sie ignorieren. Dann wird sie unklar, diffus, konfliktträchtig. Oder man kann lernen, sie zu lesen.

Warum wir uns darin erstaunlich schlecht auskennen

Die meisten Menschen haben ein gutes Gefühl für Subkommunikation. Intuitiv. Sie merken, wenn etwas nicht stimmt. Wenn jemand nicht ganz da ist. Wenn ein „Ja“ innerlich hohl klingt. Wenn eine Situation kippt, obwohl die Worte harmlos bleiben. Und trotzdem bleiben sie in einem engen Spielfeld.

Sie reagieren mit

  • noch mehr Erklärung,

  • noch saubereren Argumenten,

  • noch besserer Selbstkontrolle.

Was fehlt, ist nicht Sensibilität. Was fehlt, ist Bewusstheit. Denn das, was wir über Subkommunikation gelernt haben, ist meist zufällig entstanden. Durch Erfahrungen, Konflikte, Krisen. Halbbewusst. Entsprechend ist diese Fähigkeit oft nicht als Kompetenz verfügbar, sondern als Teil der Persönlichkeit verankert. Man ist dann eben „so“. Präsent. Unsicher. Dominant. Zurückhaltend.

Und bleibt in der Entwicklung stecken.

Denn mit Worten auf subkommunikative Wahrnehmung zu antworten, ist wie mit einem Franzosen Englisch zu sprechen. Er könnte es vielleicht verstehen. Aber er will es nicht. Die Ebenen verfehlen sich. Das Gesagte erreicht nicht das, was angesprochen werden müsste. Und je mehr erklärt, begründet oder kontrolliert wird, desto größer wird die Distanz.

Nicht aus Unwillen. Sondern weil auf der falschen Ebene geantwortet wird.

Was feuergold darunter versteht

feuergold arbeitet nicht mit schnellen Verhaltensregeln. Es geht nicht darum, Körpersprache zu optimieren oder Wirkung zu inszenieren. Subkommunikation bedeutet hier etwas anderes:

Durchdringen. Positionieren. Verkörpern.

Es ist die bewusste Begegnung mit dem Unausgesprochenen: innen und außen.

Mit dem, was im eigenen System längst reagiert. Mit den Spannungen, die zwischen Menschen entstehen, bevor sie benannt werden. Mit den Ordnungen von Einfluss, Nähe, Distanz, Dynamik, Macht und Attraktivität, die wirken, lange bevor jemand sie ausspricht.

Der Einstieg in Subkommunikation ist deshalb immer auch ein Einstieg

  • in das eigene Innere,

  • in das Unterbewusste,

  • und in tiefere Zusammenhänge, die sich nicht linear erklären lassen.

Warum gerade Probleme so viel zeigen

In persönlichen Krisen, Entscheidungsdilemmata oder zwischenmenschlichen Spannungen entladen sich diese Ebenen besonders deutlich. Nicht, weil dort etwas „schief läuft“. Sondern weil unter Druck sichtbar wird, was ohnehin da ist. Je feiner die Wahrnehmung für diese unterliegenden Schichten wird, desto klarer lassen sich Situationen führen, ohne sie zu kontrollieren oder zu glätten. Und genau hier liegt der Unterschied zwischen erfahrungsbasierter Prägung und bewusster Kompetenz.

Prägung passiert. Kompetenz ist verfügbar.

Wo feuergold ansetzt

feuergold arbeitet an dieser Schwelle zwischen dem Offensichtlichen und dem Wirksamen.

Dort, wo Worte zwar stimmen, aber keine Orientierung geben. Wo Entscheidungen rational begründet sind, aber innerlich nicht getragen. Wo Menschen spüren, dass etwas wirkt, ohne es greifen zu können.

Die Arbeit beginnt mit Wahrnehmen: dem Erkunden dessen, was längst da ist. Im eigenen Körper, im Gegenüber, im Raum. Sie vertieft sich im Verstehen: dem Aufdecken und Benennen von Mustern, Dynamiken und Spannungen, die unter der Oberfläche wirken. Sie führt ins Positionieren: als innere Ausrichtung, von der aus Entscheidungen tragfähig werden. Und sie mündet im Verkörpern: dort, wo Entscheidungen und Worte wieder eins sind. Nicht als Technik. Als Haltung.

 

Benjamin Friedrich

Written by Benjamin Friedrich

Benjamin Friedrich arbeitet an den Stellen, an denen Worte nicht mehr ausreichen. Er verbindet Erfahrung aus Führung, Psychologie, nonverbaler Kommunikation und Innerer Arbeit zu einer ungewöhnlich präzisen Wahrnehmung für das, was unter der Oberfläche wirkt. Sein Schwerpunkt liegt auf Subkommunikation – den feinen Signalen, die Entscheidungen, Beziehungen und Führung tatsächlich steuern. Er begleitet Menschen in verantwortungsvollen Rollen, die sich an inneren Schwellen befinden und in komplexen Situationen Klarheit brauchen. Seine Arbeit richtet sich nicht auf Methoden, sondern auf Kohärenz: die Deckung zwischen innerer Haltung und äußerem Handeln. feuergold ist der Ausdruck dieser Haltung.

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